Stress Grundlagen

Grundlagen …

… zum Thema Stress

Hier wollen wir Ihnen einige Grundlagen zum Thema Stress vorstellen. Dazu gehören grundlegende thearetische Aspekte und auch einige praktische Beispiele. Bitte folgen Sie der Navigation am linken Bildrand um die weiteren Informationen zu betrachten.

Stress-Theorie

Hintergründe und Theorie zu Stress

Stress stellt – normalerweise – eine überlebensnotwendige Reaktion auf bedrohliche Umweltgegebenheiten (Stressoren) dar, denen man am besten mit Flucht (also gar nicht) oder Kampf begegnet. Stress ist wahrscheinlich das grundlegendste unserer Gefühle. Er tritt nicht nur bei Menschen auf, sondern wurde auch bei allen Tierarten bis hin zu so einfachen Organismen wie Seeschnecken und ähnlichen wirbellosen Tieren gefunden. Stress ist jedoch nicht grundsätzlich ein schlechtes Gefühl, sondern eine biologisch sinnvolle Reaktion mit einem hohen Überlebenswert. Sie ist als wichtiges Signal für Bedrohungen im Laufe von vielen tausend Jahren Evolutionsgeschichte entstanden. Die physiologischen Reaktionen wie erhöhter Herzschlag und eine stärkere Durchblutung der großen Muskeln haben eine Alarmfunktion und dienen dazu, den Körper auf eine Handlung vorzubereiten Kampf oder Flucht. Wissenschaftlich wird plötzliche oder kurz andauernde Angst daher auch als „Kampf/Flucht-Reaktion“ bezeichnet. In früheren Zeiten, als die Menschen bzw. ihre Vorfahren noch in der freien Natur lebten, war es lebensnotwendig, dass bei Gefahren eine automatische Reaktion eintrat, die sie auf unmittelbares Verhalten vorbereitete (angreifen oder weglaufen). Für die Entwicklung des Menschen (und auch anderer Lebewesen) war die Entstehung von Angstreaktion also sehr wichtig, um den Organismus vor Gefahren zu warnen und somit zu seinem Schutz beizutragen. Heutzutage sind aber nicht mehr solche Reaktionen wie Kämpfen oder Flüchten angebracht. In den seltensten Fällen auf jeden Fall ist es möglich, den „Stressor“ kurzerhand im Kampf auszuschalten. Auch ist ist selten möglich vor Stress einfach wegzulaufen. Unsere Zivilisationsregeln lassen das meist nicht zu. Die Abbildung illustriert dies in treffender Weise.

Es gibt wohl niemanden, der nicht ein gewisses Ausmaß an Stress erlebt hat. Jedem sind Stressempfindungen bekannt. Körperliche Veränderungen, die mit Stress einherghen sind z. B.:

· Beschleunigung des Herzschlags / Steigerung des Blutdrucks

· Ausschüttung von Adrenalin/Noradrenalin, Cortison ( Unterdrückt mittelfrisitg das Imunsystem)

· Hemmung der Verdauungstätigkeit

· Pupillenerweiterung

· Erweiterung der Atemwege

Diese körperlichen Reaktionen sind für Kampf/Fluchtverhalten notwendig, stellen mittel- bis langfristig aber eine Gefährdung für die Gesundheit dar.

Ein gewisses Maß an Stress, insbesondere in unbekannten Situationen, ist auch in unserer heutigen hektischen Zeit noch notwendig. Oftmals ist das „Alarmsystem“ aber druch dauernde Beanspruchung überempfindlich geworden. Wenn das Stressniveau dauerhaft hoch ist, setzt eine allgemeine schwächung des Körpers ein und Beeinträchtgungen und Krankheiten drohen.

Eine bekannte Theorie zur Erklärung von Stress ist die „Coping-Theorie“ über Stress. Sie beschreibt, durch welche gedanklichen Bewertungsprozesse mehr oder weniger Stressempfinden beim Menschen entsteht: Zunächst wird eine Situation hinsichtlich ihrer persönlichen Bedeutsamkeit eingeschätzt ( „primary appraisal“ ). Wird die aktuelle Situation als persönlich relevant bewertet und werden aus der Situation resultierende – interne oder externe – Anforderungen an das Individuum wahrgenommen, erfolgt eine Prüfung der zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien ( „secondary appraisal“ ). Die beiden genannten Bewertungsprozesse bestimmen das emotionale Erleben des Individuums während des Copingvorganges sowie die im Endeffekt gezeigte Reaktion.

Lazarus unterscheidet mögliche Streßbewältigungsstrategien zum einen in problem-fokussiertes Coping und zum anderen in emotions-fokussiertes Coping bzw. kognitive Strategien. Während erstere tatsächliche Verhaltensweisen darstellen, die auf eine Änderung der Situation, mit der das Individuum interagiert, abzielen, bestehen letztere in einer Neubewertung der aktuellen Reizgegebenheiten mit dem Ziel, den aversiven Effekt eines Stressors zu vermindern, ohne den Stressor selbst direkt zu beeinflussen. Die Effektivität problem-fokussierter oder emotions-fokussierter Copingstrategien hängt dabei von der Kontrollierbarkeit einer spezifischen streßvollen Situation (d.h. von der Beeinflußbarkeit durch konkrete Handlungen) durch das betroffene Individuum ab.