Stress durch Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit

Stress durch Arbeitslosigkeit

Es bestehen Risikofaktoren, besonders stark unter Stress zu geraten. Ein Risikofaktor besteht darin, in die Arbeitslosigkeit zu geraten. Menschen entwickeln sich durch ihre Arbeit, die Arbeit prägt den Menschen und gleichzeitig sucht sich jeder Einzelne seine Arbeit nach bestimmten Kategorien aus. Dennoch ist Arbeit weit mehr als nur notwendige Erwirtschaftung. Arbeit nimmt eine zentrale Rolle im Leben ein. Sie bietet dem Menschen soziale und psychologische Erfahrungen, indem Arbeit dem Menschen soziale Beziehungen außerhalb der Familie bietet. Gleichzeitig sorgt Arbeit für Zeitstruktur und regelmäßige Aktivitäten und lässt somit den Menschen an gesellschaftlichen Prozessen und Zielen teilhaben. Durch Arbeit wird die subjektive Identität geklärt.

Gerät ein Mensch in die Arbeitslosigkeit, verändert das oft sein ganzes Leben. Im ersten Moment ist es meist eine Entlastung für die Person und es verbessert sich sein psychisches und physisches Befinden. Die durch die Arbeitslosigkeit bedingten finanziellen Einbußen machen sich dann u. U. in verschiedenen Bereichen bemerkbar, unter anderem in der Wohnsituation, die ggf. gewechselt werden muss. Es hat für Betroffene oft den Anschein, als seien sie mit der Zeit vom „normalen“ sozialen und gesellschaftlichen, Leben abgetrennt. Es droht die soziale Isolation und Einsamkeit.

Darum haben ca. 25% aller Arbeitslosen psychosoziale Probleme. Sie fühlen sich langfristig oft nutzlos, sind hoffnungslos und haben Schuldgefühle. Gleichzeitig haben Arbeitslose häufig Probleme, ihren Alltag zu strukturieren, da sie keine oder kaum noch Fixpunkte in ihrem Alltag haben. Die betroffenen Personen leiden meistens unter Störungen des Selbstwertgefühls und ziehen sich auch sozial zurück. Auch innerhalb der Familien kommt es zu wachsenden Konflikten, die unter anderem durch ggf. veränderte Rollenverteilung und finanziellen Problemen entstehen.