firefly
Anmeldedatum: 28.12.2010 Beiträge: 1
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Verfasst am: 28.12.2010, 14:26 Titel: Total ratlos - sehe keine Perpektive! |
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Hallo an alle!
Da es mir im Moment wieder einmal sehr schlecht geht, habe ich im Netz ziemlich verzweifelt nach Foren oder Artikeln gesucht, die mir irgendwie helfen könnten. So bin ich hier gelandet. Ich erwarte keine Wunder, aber vielleicht kann mich jemand verstehen und mir einen Rat geben, so dass ich mich nicht ganz so außerirdisch fühle.
Ich weiß nicht, wo ich bei all dem gefühlten Chaos anfangen soll, aber ich probiere es einfach: Ich bin weiblich und 30 Jahre alt. Im März 2009 habe ich nach langem Ringen und 2 Jahren Krankschreibung wegen psychischer Probleme das Handtuch geworfen und bin seit dem mehr oder weniger auf der Suche nach mir und einer Zukunft. Die Probleme fingen bei mir schon als Jugendliche an. Das Verhältnis zu meiner Mutter ist - so weiß ich heute - schon immer gestört gewesen, ich wurde nie in meiner Gänze akzeptiert, fühlte mich eingeengt und bevormundet. Ich konnte mich nie irgendwo integrieren, habe die Schule meistens als Qual erlebt, wurde gemobbt und isoliert. Ich bekam Angstzustände, Kreislaufprobleme und Verfolgungswahn, konnte aber mit niemandem darüber reden. Ich habe mich in Träume und Phantasien geflüchtet und war fest der Überzeugung, dass die "normalen Regeln" für mich nicht gelten, denn ich selbst profitierte von der scheinbaren "Normalität" ja auch in keinster Weise. Das Abi habe ich zwar gut aber unter großen Nöten geschafft und habe die erstbeste Azubi-Stelle angenommen um von daheim wegzukommen. Das ging natürlich schief. Und so schlitterte ich von einer Ausbildung in die nächste, ohne dass meine Mutter (ist alleinstehend) mir mal den Kopf zurechtgerückt hätte oder einfach das Gespräch gesucht hätte. Heute würde ich sagen, sie hat mich blindlings ins Messer laufen lassen. Tja und mit genauso falschen Vorzeichen habe ich dann mein letztes Studium begonnen, das von Anfang an bestimmt war von Versagensangst und Perfektionismus. Dazu gesellte sich bald Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata), Depressionen und Soziophobie. Ich habe mich immer irgendwie geschämt und konnte kaum mündlich vortragen etc. Das führte dann 2007 zu einem Nervenzusammenbruch und 2 Therapieaufenthalten, die mir eher wenig gebracht haben. So richtig verstanden hat man nicht, wo die Lösung zu suchen ist. Naja und seit knapp 1 1/2 Jahren bin ich nun "zu Hause" und habe vom Arbeitsamt das Angebot einer Umschulung bekommen. Tja, und ich finde einfach nichts, was ich machen könnte oder wollte. Das reibt mich total auf, ich habe ja auch Angst, dass sonst nichts mehr aus mir wird. Ich mache Tests und Praktika, halte dem Alltag im Job aber einfach nicht stand! Entweder fühle ich mich zu isoliert und gelangweilt oder völlig überfordert. Sogar ein Kassenjob am Supermarkt stürzt mich in schwere Nöte, weil ich den Stress nicht aushalte! Seit einem halben jahr habe ich einen guten Therapeuten, der mir zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl gibt, so gut zu sein, wie ich bin und mich bestärkt bei meiner Suche nach mir und meinem authentischen Wesen. Aber jobtechnisch läuft mir die Zeit davon...! Was soll ich machen??? ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, 2 oder 3 Jahre eine Ausbildung zu machen. Allein die Vorstellung, das durchhalten zu müssen, macht mich wahnsinnig. Meine Haare sind bei mir ein Indikator meines Stresses und nach einigen Monaten der Erholung fallen sie mir wieder aus und meine Kopfhaut ist entzündet und tut sehr weh. Ich leide durch die Fehlentwicklung daheim an einer mehrfachen Persönlichkeitsstörung mit neurotischen und zwanghaften Zügen und einer prinzipiellen Depression. Wenn ich allein sein kann, ist alles ok. Gut, dann grüble ich auch viel, meistens jedoch bin ich gelöst und gehe meinen Inspirationen nach. Sobald ich aber in der Öffentlichkeit stehe, fühle ich mich bedrängt und unter Zugzwang. Dann werde ich schnell aggressiv und mir selbst gegenüber grob und zynisch...
Ich weiß mir einfach nicht mehr zu helfen. Ist das alles eine Folge von Burn-Out oder ist meine nicht vorhandene Belastbarkeit irgendetwas anderes???
Ich würde mich über jeglichen Kommentar freuen!
Firefly |
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mark

Anmeldedatum: 21.01.2006 Beiträge: 79
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Verfasst am: 30.12.2010, 10:22 Titel: |
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Hallo Firefly,
Willkommen im forum!
Das ist ja eine sehr umfangreiche Geschichte die Du hier beschrieben hast. Also ich habe den Eindruck, dass Du doch auf einem ganz sinnvollen Weg bist. Wenn Du schreibst, dass Du nun einen Therapeuten gefunden hast, der dich so akzeptiert wie Du bist, das ist doch gut. Es könnte ja auch dasselbe für dich selber und deine Einstellung zu dir gelten: Sich akzeptieren wie Du bist. Anscheinend hast Du ne ganze Menge Fantasie und hast auch gute Grundbildung (Abi). Das ist doch nicht das Schlechteste.
Ich finde auch für die Jobsuche gilt doch das Gleiche: Es ist doch eine Suche nach der passensten Stelle, die auf einen selber auch passt. Ich würde mit "ruhig Blut" so weitermachen und darauf achten ob es zumindest ein wenig oder sogar gut auf einen passt. Aber die perfekte Arbeit gibt es eh nicht, man kann sie sich aber im Laufe der Zeit ziemlich perfekt gestalten!
Vielleicht hilft dir das
Gruß
Mark _________________ Angebote zu Stressbewältigung und Entspannung in ganz Deutschland |
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