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Burn out: Wie geht es weiter?

 
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dylan79



Anmeldedatum: 06.06.2009
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 08.06.2009, 20:59    Titel: Burn out: Wie geht es weiter?

Hallo!

Hier meine Krankengeschichte:

Im Mai 2008 erkrankte ich am Pfeifferschen Drüsenfieber.
Ich hab zuvor bei meiner jetzigen Stelle jeden Tag 200 % gegeben.
D. h. ich ging jeden Tag voller Elan an die Arbeit ran und
arbeitete mehr als die anderen Kollegen.
Das Drüsenfieber warf mich total aus der Bahn.
Seitdem habe ich keine Kraft mehr.

Ende Juli 2008
Die Arbeit wurde immer mehr. Ende Juli bekam ich dann eine
Abmahnung, weil ich meine Arbeit nicht mehr schaffte. Die Abmahnung war total lächerlich, da ich in zwei Abteilungen arbeite. D. h. wenn normaler Betrieb war war alles zu schaffen. Es gibt aber auch einzelne Tage wo die Hölle los ist. Das war so ein Tag und ich musste eine Abteilung vernachlässigen.
Das Drüsenfieber zog sich über Monate hin. Seit der unberechtigten Abmahnung ist in der Arbeit der Wurm drin. Vorhin hatte ich ein super Verhältnis zum Chef. Seit der Abmahnung war das Verhältnis total schlecht.
Ich schleppte mich jeden Tag in die Arbeit. Hinzu kamen noch mehr gesundheitliche Probleme wie Schlafprobleme, Probleme bei Stresssituationen. Mein Arzt verschrieb mir Antidepressiva.
Meinem Chef teilte ich mit das ich im Moment gesundheitlich angeschlagen
bin. Er hatte mich bereits mehrmals ins Büro geholt um mir mitzuteilen,
dass er mit meiner Arbeitsleistung nicht mehr zufrieden sei.
Es fühlte sich so an als ob bei mir irgendwas kaputtgegangen
sei was man nicht mehr reparieren kann.

Herbst 2008
Ich kam in der Früh nicht mehr aus dem Bett raus, obwohl ich mit dem Aufstehen noch nie Probleme hatte. War in der Früh immer total k.o.
Früher ging ich vor der Arbeit immer noch ins Fitnessstudio zum Trainieren. Jetzt war keine Kraft mehr da. Ich ging nur noch in die Arbeit
und unternahm sonst nichts mehr.

Anfang Dezember 2008 riet mir mein Arzt in eine psychosomatische Klinik
zu gehen. Die Wartezeit betrug 6 - 8 Wochen. Diese Zeit war besonders
hart für mich. Ich schleppte mich jeden Tag in die Arbeit.
Kurz vor Weihnachten holte mich mein Chef wieder einmal ins Büro und
setzte mir eine Frist von 6 Wochen. Wenn ich dann nicht gesund sei würde er mich kündigen.

Mitte/Ende Januar 2009 bekam ich die Zusage von der Klinik.
Ich wurde mit der Diagnose Burnout, Depressionen und Antriebslosigkeit eingewiesen.
Dort blieb ich 2 Monate. Am Ende meinte die Ärztin in der Klinik ich
würde total blockieren und sie könne hier nichts mehr für mich machen.
Ich solle draussen eine ambulante Therapie machen.
Ich kam Mitte März aus der Klinik und wurde noch krankgeschrieben.
Meine Diagnose lautete: Mittelgradige Depression und Erschöpfung.

Draussen schloss ich mich einer Selbsthilfegruppe an und
bemühte mich um einen ambulanten Therapieplatz.

Mai 2009
Wollte langsam wieder in die Arbeit einsteigen und eine Wiedereingliederung machen, doch der Chef lehnte dies ab.
Mitte Mai fing ich wieder mit dem Arbeiten an.
Mein Chef und ich einigten uns darauf das ich weniger Stunden mache.
Ich merkte bereits am Wochenende davor, dass ich immer noch nicht gesund bin und hatte ziemliche Angst vor der Arbeit.
Der Chef und die Kollegen erwarten das ich wieder 100 %ig funktioniere, aber das kann ich nicht.
Da kommen dann so Kommentare wie: Du hast ja jetzt lange genug Urlaub gehabt. Jetzt kannst du ja wieder voll angreifen.
Viele Leute meinen, dass ich wieder richtig gesund aussehe.

Hab mich in der Arbeit immer durchgebissen.
Hab gemerkt das ich immer noch ziemliche Probleme mit stressigen Situationen habe. Komme einfach nicht mehr auf die Beine.
Bin nicht mehr so belastbar wie früher. Irgendwas ist da kaputt
und lässt sich nicht mehr richten.
"Vor der Klinik ist nach der Klinik"
Ich fühle mich genauso wie Anfang Januar:
Antriebslos und Kraftlos.

Hab jetzt einen Schlussstrich gezogen.
Hab mich jetzt mit dem Chef geeinigt das er mich zum Ende Juni
kündigen soll. Ich muss erst einmal wieder richtig gesund werden.
Bei dieser Arbeit hatte ich sowieso keine Zukunft mehr.
Da war immer der Druck funktionieren zu müssen, obwohl ich
noch nicht gesund bin. Dieser Druck ist jetzt weg.
Weiss jetzt nicht wie es weitergehen soll.

Hat hier jemand so was ähnliches schon erlebt?
Hat jemand ein paar Tipps für mich?
Ich kann mir erst wieder eine neue Arbeit suchen,
wenn ich wieder Kraft habe.
Wie merke ich, ob ich wieder richtig belastbar bin?
Wie merke ich, ob ich wieder die Kraft von früher habe?

Vielen Dank im Voraus
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Tinchen



Anmeldedatum: 12.06.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 12.06.2011, 18:35    Titel:

Hallo dylan,

ich stecke auch in einem Burnout. Ich denke du bist schon auf dem richtigen Weg. Ich arbeite noch vollzeit und merke, dass es immer schwieriger wird durchzuhalten. Du hast geschrieben du wartest auf einen Therapieplatz. Das kenne ich. Das kann lange dauern. Ich habe auch schon gehört, dass man sich akut einweisen lassen kann. Vielleicht wäre das ja eine Option für dich. Hast du schon mit deinem HA gesprochen?

Oh sehe gerade, dass dein Beitrag schon zwei Jahre alt ist. Bist du hier noch da? Kannst ja mal berichten wie es dir inzwischen ergangen ist.

LG Tinchen
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mark



Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 79

BeitragVerfasst am: 14.06.2011, 13:20    Titel:

Hallo Tinchen und herzlich Willkommen,

Er ist wohl nicht mehr dabei denk ich.
Burn out greift wirklich um sich, das stimmt. Übrigens, wenn man einen Therapieplatz sucht, kann man zumindest veruchen, sich auf die Warteliste des Therapeuten setzen zu lassen, das verkürzt evtl. die Wartezeit. Zur Not geht natürlich auf jeden Fall eine Klinik. Soweit ...
Gruß
Mark
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