Burn-out Syndrom

Burn-out Syndrom

Burn out

In dieser Rubrik sollen die Themen Burn-out und Burn-out-Syndrom näher betrachtet werden. Der Begriff ist in der Öffentlichkeit (Medien) in den letzten Jahren scheinbar zu einem Modewort geworden. Einer der Gründe ist, dass sich immer häufiger Prominente wie zum Beispiel Sportler, Fußball-Trainer oder Musiker dazu bekennen. Burn-out hat dabei aber einen ernsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hintergrund. Nach Schätzungen der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz von 2010 belaufen sich die Folgekosten des Burn-out-Syndroms in der Europäischen Union beispielsweise auf eine Summe von 20 Milliarden Euro. Hinter diesem wirtschaftlichen Schaden verstecken sich scheinbar immer mehr Einzelschicksale von Menschen, die mit der Belastung im Privatleben, am Arbeitsplatz oder der eigenen Psyche überfordert sind. Sie fühlen sich regelrecht „ausgebrannt“, wie Burn-out wörtlich zu verstehen ist.

Nach Herbert Freudenberger ist das Burn-out-Syndrom ein Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Der medizinische Diagnoseschlüssel nach ICD-10 lautet Z73.0 und bedeutet „Zustand der totalen Erschöpfung“. Der Diagnoseschlüssel ist eine Untergruppe von Z73, der Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung beinhaltet.

Die Definition von Burn-out macht bereits deutlich, dass es sich um eine stressbedingte Krankheit handelt. Das bedeutet, dass der Leistungsdruck zu hoch ist, die Betroffenen sich durch Misserfolge zu stark beeinflussen lassen oder eine unerklärliche Gleichgültigkeit gegenüber Aufgaben oder Personen entsteht. Die zunächst harmlos erscheinenden Burn-out-Symptome können sich im Verlauf der Erkrankung immer stärker zeigen. Sie können nach und nach zu Symptomen wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Konzentrationsmängel, Rückzug von Freunden und Bekannten, Angst, depressive Phasen oder sogar Selbstmordgedanken führen.

Anfangs werden Betroffene des Burn-out-Syndroms meist noch belächelt, aber bei einer Manifestierung des Leidens wandelt sich das Leben für sie zu einer Qual. Spätestens dann ist es ratsam, dem Burn-out mit psychotherapeutischen Maßnahmen zu begegnen und eine Therapie zu starten. Das kann zum Beispiel durch eine Verhaltenstherapie geschehen. In schweren Fällen kommen ggf. auch Medikamente zum Einsatz. Eine Selbsttherapie ist jedoch zu vermeiden, da für eine präzise Diagnose und einen adäquaten Therapieansatz der individuelle Verlauf des Burn-outs und die individuellen Lebensbedingungen betrachtet werden müssen.

Aber auch schon vorher kann der Betroffene selbst aktiv gegen Burn-out-Symptome vorgehen. Der Abbau von Stress durch Entspannungsübungen, sportliche Aktivitäten oder gesundes Essen und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können helfen, das Burn-out-Syndrom zu vermeiden. Ziel ist es dabei, einen positiven Ausgleich zu der wahrgenommenen Belastung im Leben zu schaffen, um dem Körper und der Psyche im übertragenen Sinn ein Ventil zu geben, den Druck abzulassen.

Die Schwierigkeit für die meisten Betroffenen besteht jedoch darin, dass Burn-out ein schleichender Prozess ist, der häufig erst bei akuten Anzeichen bemerkt und diagnostiziert wird. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum Burn-out als Krankheit von vielen unterschätzt wird und beispielsweise zu meist längeren Ausfällen am Arbeitsplatz führt.

Das Burn-out-Syndrom wird an dieser Stelle in verschiedenen Kapiteln näher dargestellt. Neben diesen Informationen bieten wir Betroffenen und Interessierten in unserem Burn-out-Forum die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.

Burn-out Syndrom

Burn out Sydrom

Herbert J. Freudenberger (amerikanischer Psychoanalytiker) prägte den Begriff Burn out Syndrom. Er beschreibt 1974 ein Phänomen, wie ehrenamtliche Drogenberater binnen weniger Monate ihren glühenden Enthusiasmus verloren, und zu erschöpften Zynikern wurden und nannte diesen Zustand dann Burn out Syndrom. Burnout wurde zum Synonym für physische und psychische Befindensbeeinträchtigungen.

Früher ging man davon aus, dass hohe Arbeitsbelastung insbesondere in „helfenden Berufen“ (Ärzte, Pflegeberufe, Rettungsdienstpersonal, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher) ausbrennen lässt (häufige Krankschreibung, Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung). Inzwischen ist klar: Burnout kann nahezu alle Berufsgruppen treffen, unter anderem auch Schüler. Das Syndrom war etwa im Blickfeld der Medien, nachdem einige Fälle unter Sportlern und Musikern bekannt wurden. Der Skispringer Sven Hannawald hat deswegen seine Karriere beendet; der Fußballspieler Sebastian Deisler litt unter dieser Krankheit; der Jazz-Pianist Keith Jarrett hat eine jahrelange Zwangspause eingelegt, der Rapper Eminem eine Tournee abgesagt (Quelle: u. a. http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom).

Burn-out Syndrom

Burn out Symptome

Was ist das Bournout-Syndrom ganz konkret? – Es gibt keine eindeutige und allgemein anerkannte Definition des Syndroms. Aber man kann vier Burn out Symptome, sogenannte Kernsymptome herausfiltern.

Emotionale Erschöpfung: Das Gefühl „Ich kann nicht mehr, ich fühle mich durch meine Arbeit ausgebrannt.“

Dehumanisierung: „Ich glaube das ich manche Patienten/Klienten/Kunden so behandle, als wären sie unpersönliche Objekte.“ Diese Distanz kann sogar in Aversion enden.

Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung

Psychosomatische Symptome (Kopf- und Magenschmerzen)

Burn out Phasen

Ebenfalls kann der Verlauf des Burn out in Phasen eingeteilt werden. Man kann z. B. fünf Burn out Phasen ausmachen:

1. Enthusiasmus: z.B.: vermehrtes Engagement, Beruf wird zum hauptsächlichen Lebensinhalt, Nichtbeachten eigener Bedürfnisse, chronische Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Verdrängen von Misserfolgen

2. Stagnation z.B.: Schuldzuweisung, Distanzbedürfnis und Meidung von Kontakten, negative Einstellung und Vernachlässigung der Arbeit, verstärkter Rückzug von Problemen mit anderen (Familie, Partner)

3. Frustration z.B.: Unsicherheit, Probleme bei komplexen Aufgaben und Entscheidungen, Zynismus gegenüber dem Klientel

4. Apathie z.B.: Motivationsmangel, keine zielgerichteten Handlungen, berufliche Tätigkeit wird nur noch unter großer Anstrengung ausgeübt, Verkennen der eigenen Situation, Antriebslosigkeit (beruflich und privat), körperliche Anzeichen von Erschöpfung

5. Burnout: Hält der Zustand der Apathie länger an, spricht man vom Burnout – Syndrom

Stress und Burn out

Wie bereits dargestellt entsteht das Burn out Syndrom druch Stress aus verschiedenen Quellen. Hier ist insbesondere der Arbeitsstress wichtig. Man kann unterschiedliche Stressoren auf der Arbeit identifizeren die zu Burn out führen können.
– Mobbing
– Rollenkonflikte
– Unklare Hierarchien und Ziele
– Permanenter Zeitdruck
– Mangelnde Autonomie/ Handlungsspielraum
– Schlechtes Betriebsklima
– Fehlendes Feedback
– Große Verantwortung
– Allgemeine Arbeitszufriedenheit
– Kontrolliertheitserleben
– Diskrepanz zwischen humanitären Werten und Arbeitsalltag

ebenfalls können fehlende Anerkennung durch eine Gemeinschaft/ die Gesellschaft zu Stress im Job beitragen

Darüber hinaus sind (berufliche) Veränderungen positiver wie auch negativer Natur ein häufiger Auslöser. Veränderung stellt für Menschen häufig Stress dar. Denn immer wenn sich etwas verändert, verknüpft der Mensch damit Erwartungen, die enttäuscht werden können und somit zu Stress führen können.

Häufig leiden Betroffene unter dem sog. Helfersyndrom oder einem zu hohen Perfektionsstreben. Diese Ansprüche an sich selbst können einen hohen Stress erzeugen.

Burnout Depression

Offiziell ist das Syndrom keine Krankheit, sondern eher ein krisenhafter Prozess, hinter dem oft eine Depression stecken kann. Er entwickelt sich langsam, manchmal über Jahre. Eine solche Burn out Depression wird auch häufig als Überlastungsdepression bezeichnet.

Die Ursachen der Burnout Depression wurden bereits erläutert. Die depressive Reaktion manifestiert sich in mehreren Bereichen:

Emotionale Ebene: Hier sind es insbesondere eine niedergedrückte Stimmung und negative Gefühle: Betroffene fühlen sich häufig einsam und verlassen, schuldig, ängstlich; spüren Distanz zu ihrer Umwelt

Kognitive bzw. imaginative Ebene: hier besonders eine verzerrte, negative Selbstwahrnehmung und negative Selbstbewertung

Auf der Motivationalen Ebene und Verhaltensebene kommt es zu Passivität, Interesselosigkeit sowie zu Vermeidung, Flucht, sozialem Rückzug.

Betroffene leiden auch unter vegetativ-physiologischen Symptomen, z.B. Appetitverlust, Schlafstörungen und Erschöpfung

Beispiel: Burn out bei Lehrern

Auffallend ist, dass in den meisten der besonders Burnout- trächtigen Berufe mit Menschen gearbeitet wird, wobei die eine Seite aber mehr „gibt“ (z.B. Pflegender) und die andere Seite „nimmt“ (Patient). Inzwischen ist das Burnout Syndrom für mehr als 30 Berufe und gesellschaftliche Gruppen beschrieben worden, z.B. Sozialarbeiter, Therapeuten aller Art, Krankenschwestern etc. Besonders häufig waren in der Vergangenheit Leher vom Burn out betroffen. Diese scheinen einem besonders hohem Risiko ausgesetzt zu sein, welches u.a. durch unterschiedliche Rollenanforderungen erklärt werden kann. Diese erfordern eine ständige Klärung von Rollenkonflikten. An den Lehrer werden Anforderungen von Schülern, von Eltern, vom Vorgesetzten und Betrieben gestellt, die teilweise unvereinbar sind. Einen konstruktiven und gesundheitserhaltenden Umgang mit diesen unterschiedlichen Rollenanforderungen zu finden, verlangt auf der einen Seite eine gewisse innere Souveränität und Rollenklarheit sowie auf der anderen Seite eine institutionell und kollegial vermittelte Rollensicherheit. Ist man sich als Lehrer jedoch in seinen verschiedenen Rollen unsicher, sei es im Verhältnis zu den Schülern, zu den Eltern der Schüler, im Verhältnis zu den Kollegen oder zur Schulleitung, kann diese Rollenunsicherheit einen chronischen psychischen Belastungsfaktor begründen, der persönlichkeitsspezifisch verarbeitet maligne Entwicklungen begünstigen kann. (Quelle: u.a. http://www.hardtwaldklinik2.de/media/files/ ArtikelLehrer-Burnout.pdf)