Autogenes Training

Autogenes Training

Autogenes Training – den Ruhepol finden und die Anspannung des Alltags loslassen

 

Körper, Geist und Seele stellen eine untrennbare Einheit dar. Dass man mit der Kraft der Gedanken seinen Körper und seine Seele beeinflussen kann, macht sich Autogenes Training zu Nutze.

Die Methode wurde bereits 1929 von dem Berliner Nervenarzt J.H. Schultz begründet. Sie beruht auf der Fähigkeit des Menschen, sich durch Autosuggestion bzw. Selbstbeeinflussung, zum Beispiel in Form von Selbstgesprächen, Gedanken oder Vorstellungen, in verschiedene Stimmungslagen zu versetzen oder auch An- oder Entspannungszustände bewusst herbeizuführen.

Ziel des Autogenen Trainings ist es, durch eine konzentrierte Selbstbeeinflussung Anspannungszustände loszulassen und einen angenehmen Zustand körperlicher und geistiger Gelassenheit zu erreichen. Dabei werden physiologische Entspannungsvorgänge bewusst wahrgenommen. Die Abnahme der Muskelspannung macht sich als Schwere der Glieder bemerkbar; die zunehmende Durchblutung der Haut bewirkt eine wohltuende Wärme im ganzen Körper. In diesem Entspannungszustand, der mit dem Einschlafen verwandt ist, können sich Körper, Seele und Geist regenerieren.

Dies ist in unserer hektischen Alltagswelt eine notwendige Bedingung dafür, Belastungen abzubauen, die Erholungsfähigkeit zu verbessern und stressbedingten körperlichen und seelischen Krankheiten vorzubeugen. Autogenes Training stellt somit eine optimale Entspannungsmehtode dar.

Was ist Autogenes Training – welche Wirkung hat Autogenes Training?

Mithilfe des Autogenen Trainings ist es möglich, den Spannungszustand der gesamten Muskulatur zu reduzieren. Neben der Entspannung der Arm-, Bein- und Rumpfmuskulatur findet auch eine Erholung der Darm- und Gefäßmuskeln statt. Dies führt dazu, dass unangenehme Empfindungen, wie Angst, innere Unruhe oder Niedergeschlagenheit, abgebaut werden können.

Weiterhin ist durch das Autogene Training eine Verbesserung der Erholungsfähigkeit möglich. Der Erholungseffekt des Autogenen Trainings kann Ermüdungserscheinungen, wie sie zum Beispiel bei der täglichen Arbeit oft in der zweiten Tageshälfte auftreten, vorbeugen. Schlafstörungen oder Lernblockaden können beseitigt und die Gedächtnisleistung kann verbessert werden.

Autogenes Training Anleitung – Die Übungen des Autogenen Trainings

 

Das Autogene Training kann im Liegen oder Sitzen durchgeführt werden. Das Wichtigste ist, dass regelmäßig geübt wird, am besten zwei- oder dreimal täglich. Eine deutliche Erholungswirkung ist in der Regel noch nicht nach den ersten Trainingseinheiten spürbar, sondern nach einigen Wochen oder Monaten intensiven Übens. Deshalb sollte man schon ein wenig Geduld mitbringen und sich nicht entmutigen lassen, wenn man die wohltuende Wirkung des Autogenes Trainings nicht sofort wahrnimmt. Für die Dauer der Übungen werden unterschiedliche Empfehlungen gegeben. Einige Minuten bis zu einer halben Stunde sollte man sich jedoch für die einzelnen Übungen Zeit nehmen. Im Detail kann man für Autogenes Training Anleitung wie folgt geben:

Die Grundübungen sind

•  die Ruhe-Übung

•  die Schwere-Übung

•  die Wärmeübung

Je nach Belieben können noch unterschiedliche Übungen, wie die Herzübung, die Atemübung oder die Bauchübung, hinzugenommen werden. Jede Übung muss mit der Zurücknahme beendet werden. Dies ist wichtig, damit die Blutzirkulation wieder angeregt wird und man sich wieder wach und frisch fühlt.

Die Ruhe-Übung wird mit der Formel „Ich bin ganz ruhig“ durchgeführt, die man innerlich spricht und mehrmals wiederholt. Die Schwere-Übung, die mit der Formel „Mein rechter Arm ist schwer“ eingeleitet wird und die man nach und nach auf den gesamten Körper ausdehnen kann, führt dazu, dass man ein spürbares Schwere-Gefühl wahrnimmt. Erst wenn sich diese Empfindung beim Üben sicher einstellt, sollte man die dritte Formel „Mein rechter Arm ist angenehm warm“ hinzunehmen. Die Rücknahme des Entspannungszustandes erfolgt mit den Formeln:

„Arme fest“ – hier werden die Unterarme mehrmals mit Schwung an den Körper herangezogen.

„Tief ein- und ausatmen“ – Mit diesem gedachten Befehl atmen man mehrmals tief ein und aus.

„Augen auf“ – Mit dem Öffnen der Augen beendet man die Übung und stellt den Kontakt mit der Außenwelt wieder her.

Autogenes Training für Kinder  

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Jugendlich können durch Autogenes Training zur Entspannung und zur inneren Ruhe gelangen. Es wurde zwar immer wieder diskutiert, ob Kinder in dem Maße zu Selbstwahrnehmung im Stande sind, wie durch Autogenes Training verlangt wird, aber inzwischen geht man davon aus, dass auch Kinder von der Methode profitieren können.

Autogenes Training für Kinder wurde somit als eigenständiges Programm entwickelt. Es kann in vielen Problemfeldern eingesetzt werden, z. B. bei Schulproblemen und Arbeitsstörungen, auch bei Prüfungsängsten. Ebenfalls sinnvoll ist Autogenes Training bei familiären Problemen wie Eifersucht und Geschwisterrivalität. Ebenfalls kann es bei Sprachhemmungen und Sprechstörungen, aggressivem Verhalten oder Schüchternheit eingesetzt werden. Natürlich stellt es auch eine sehr gute Begleitmethode zur Behandlung von hyperaktiven Kindern dar.

Autogenes Training CD – Bücher – und weiter Medien

Zum Thema Autogenes Training sind zahlreiche Bücher und CDs erschienen, die ausführliche Informationen und konkrete Übungsanleitungen bereit halten. Besonderheiten, die bei der begleitenden Therapie psychischer, psychosomatischer oder organischer Erkrankungen mithilfe des Autogenen Trainings zu beachten sind – zum Beispiel die notwendige Rücksprache mit dem Arzt oder dem Psychotherapeut bei bestimmten Krankheiten – finden ebenfalls in zahlreichen Publikationen Erwähnung. CDs mit musikalischer und sprachlicher Aufbereitung von Übungsprogrammen können eine wertvolle Hilfe zum schnellen und effektiven Lernen des Autogenen Trainings darstellen. Weiterhin gibt es zahlreiche Kursangebote, sei es bei den Volkshochschulen oder anderen gesundheitsbezogenen Therapieeinrichtungen, die ein Erlernen der Methode in Einzel- oder Gruppensitzungen unter konkreter Anleitung ermöglichen.