Stress in den Medien
... das Archiv vom Juni 2006
21.06.2006, Gefunden in http://www.aichacher-nachrichten.de>>>
Zuckendes Augenlied oft Anzeichen für Stress
Marburg (dpa/gms) - Ein zuckendes Augenlid ist häufig ein Zeichen für Stress. Die nervöse Störung werde häufig durch eine Belastung im Alltag ausgelöst, erläutert das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg.
Die in der Regel ungefährliche, aber lästige Störung verschwinde meist nach einigen Minuten von selbst. Kehrt das Zucken aber regelmäßig über vier bis sechs Wochen wieder, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Dieser könne klären, ob vielleicht eine andere Ursache wie eine Überfunktion der Schilddrüse hinter den Beschwerden steckt.
21.06.2006, Gefunden in http://openpr.de/news/90558.html>>>
Krankenstand runter - Kosten rauf
(openPR - Pressemitteilung von nürnberger & partner ) - Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen werden in deutschen Unternehmen immer geringer. Mitarbeiter gehen trotz Krankheit arbeiten. Zeitgleich steigen die psychischen Belastungen an. Statt finanzieller Entlastung: ein deutlicher Anstieg von Kosten. Das Phänomen Präsentismus und seine Folgen.
Frau Franzen* sitzt vor Ihrem Computer und ist in Gedanken ganz woanders. Sie versucht, ihre Präsentation fertig zu stellen doch es geht nichts voran. Ihre Gedanken kreisen um die Beförderung ihrer Kollegin für die Vorgesetzten-Stelle, die ihr bereits zugesagt wurde. Ein Personalgespräch fand nicht mehr statt. Die Mitarbeiterin sagt von sich selbst „ich bin völlig durch den Wind und kann so nicht arbeiten."
Herr Albert* kann keinen klaren Gedanken fassen: Die Trennung von seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Sohn ist für ihn ein Schock. Seit Wochen schon schläft er nicht mehr. Er spürt selbst, dass er momentan nicht leistungsfähig ist. Am liebsten würde er eine Woche zu Hause bleiben, um zur Ruhe zu kommen. Er traut sich nicht, weil sein Chef die Bemerkung „er solle sich etwas mehr zusammenreißen“ fallen ließ.
Herr Hinzen* nimmt täglich Antidepressiva. Nach einem Burn-Out mit Überlastungsdepression ist der Controller wieder an seinem Arbeitsplatz. Nach nur zwei-wöchiger Krankschreibung setzte er sich über die ärztliche Empfehlung hinweg und ging aus Angst um seinen Job wieder arbeiten.
Die oben genannten Beispiele stehen exemplarisch für ein derzeit explosionsartig ansteigendes Phänomen: Präsentismus (von Präsenz - Anwesenheit). Der Begriff kommt ursprünglich aus der Philosophie, wird heute jedoch für das Verhalten von Arbeitnehmern verwendet, die in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit (z.B. Konjunkturschwäche etc.) trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen. Die Mitarbeiter verordnen sich selbst „Anwesenheitspflicht" aus Angst um ihren Arbeitsplatz. Präsentismus beschreibt die Tatsache, dass Menschen zur Arbeit gehen, obwohl sie krank sind, unter Schmerzen (physisch und psychisch) leiden und nur in reduziertem Maße leistungsfähig sind.
Zwar sind sinkende Krankenstände grundsätzlich erfreulich, diese Entwicklung jedoch ist kontraproduktiv. Die Mitarbeiter schöpfen trotz ihrer körperlichen Anwesenheit ihr Leistungspotential bei Weitem nicht aus. Folgen von Präsentismus sind: Sinkende Produktivität und Anstieg der Unfallgefahr. Die, durch körperliche und geistige Beeinträchtigungen, negativ beeinflusste Konzentrationsfähigkeit führt zu deutlich mehr Fehlern und letztlich zu finanziellen Verlusten im Unternehmen. Viele Arbeitgeber sind sich nicht im Klaren darüber, dass die bloße Anwesenheit ihrer Mitarbeiter die Firma viel teurer zu stehen kommt, als wenn diese sich in Ruhe auskurieren.
Präsentismus - krank am Arbeitsplatz - im Vergleich zu Absentismus - krank und nicht am Arbeitsplatz - entwickelt sich zu einem enormen Kostentreiber für Unternehmen. Aus Statistiken geht hervor, dass der Krankenstand 2005 weiter zurückgegangen ist und auf dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren ist. Auch stieg der Anteil der gar nicht krankgeschriebenen Arbeitnehmer (2005: 48,5%; 2000: 44,7%).
Umfragen im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigen klar auf, dass der Rückgang auf die Befürchtung der Arbeitnehmer um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes zurückzuführen ist.
Zahlen und Fakten
Eine amerikanische Studie (The Employers Health Coalition of Tampa, Florida) zeigte bereits 1999: Präsentismus verursacht einen Produktivitiätsverlust, der 7,5 mal höher ist, als der der reinen Fehlzeiten. Das „Journal of the American Association“ gab 2003 bekannt, dass Kosten des Präsentismus in den USA beinahe drei mal so hoch sind, wie der Produktivitätsverlust durch Fehltage.
Depressionen, Ängste und andere emotionale Leiden können auch durch die Verhältnisse am Arbeitsplatz verursacht werden. Es besteht die Vermutung, dass psychische Beschwerden und Erkrankungen maßgeblich durch Ängste vor Arbeitsplatzverlust begünstigt werden. Zu dem Ergebnis kommt der Fehlzeiten-Report 2005 des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Eine Untersuchung (Aon, 2003, USA) kam zu dem Ergebnis: Mitarbeiter, die unter einer Depression leiden, arbeiteten durchschnittlich pro Tag 1,8 Stunden weniger produktiv. Nach einer Studie (Lerner et al., 2003, USA) liegen die Kosten von Präsentismus pro Person im Jahr zwischen 1.770$ und 4.540 $.
Was kann ein Unternehmen tun?
Die Prävention von Präsentismus ist nicht einfach. Die Empfehlung, sich bei Krankheit einfach auszukurieren, ist längst nicht ausreichend.
Interne Unternehmenskommunikation
In Unternehmen, in denen Arbeitsplätze abgebaut werden, ist ein signifikanter Anstieg von Präsentismus zu verzeichnen.
In allererster Linie ist hier eine zeitnahe, offene Unternehmenskommunikation und Mitarbeiterinformation wichtig. Vielen Ängsten und Gerüchten kann im Vorfeld durch gute interne Kommunikation begegnet werden.
In Unternehmenskulturen, die von Vertrauen geprägt sind, finden sich statistisch niedrigere Zahlen von Präsentismus. Ein offenes Gesprächsklima zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern ist in jedem Fall von Vorteil. Regelmäßige Feedbackgespräche oder Rückkehrgespräche sollten in jeder Abteilung stattfinden. Wichtig hierbei: Eine vertrauensvolle und geschützte Gesprächsatmosphäre. ...
11.06.2006, Gefunden in http://www.sueddeutsche.de>>>
Die Last der Unzufreidenen: Zu wenig Geld, zu viel Stress
Die Deutschen sind unzufrieden mit ihren Jobs. Dabei wünschen sie sich nichts mehr als Spaß an der Arbeit, leistungsgerechte Entlohnung und Sicherheit.
Wer einen Job sucht, mag es für ein Luxusproblem halten: sich mit der Frage zu beschäftigen, was eigentlich gute Arbeit sei. Die "Initiative Neue Qualität der Arbeit" tut es trotzdem. INQA, im Jahr 2002 von den Sozialpartnern, den Sozialversicherungsträgern, Bund, Ländern und Unternehmen ins Leben gerufen, hat eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben, die beantworten soll, wann abhängig Beschäftigte einen Job als wirklich gut empfinden - und ob die Arbeitswelt diese Ansprüche erfüllt. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.
Die Wünsche
Was macht den Lehrer, die Kassiererin und den Manager gleichermaßen glücklich? Ein festes und verlässliches Einkommen, sagen 92 Prozent der Befragten. Gleich danach, mit 88 Prozent, folgt die Sicherheit des Jobs. Der angespannte Arbeitsmarkt bringt Beschäftigte offenbar dazu, die schlichte Tatsache, dass sie einen feste Stelle haben, als qualitatives Merkmal einzustufen.
Die Existenzsicherung steht zwar ganz oben auf der Liste gefühlter Qualität. Interessant ist aber, dass auf Platz drei gleich der Spaß an der Arbeit folgt. 85 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen die Freude am Job sehr wichtig ist. Dazu gehört, dass die Arbeit abwechslungsreich, vielseitig und sinnvoll sein soll. Und: Man will stolz auf das Geleistete sein können.
Von den Vorgesetzten als Mensch - und nicht nur als Arbeitskraft - wahrgenommen und geachtet zu werden, ist für 84 Prozent der Beschäftigten ein Indiz für "gute Arbeit". Überhaupt messen die Mitarbeiter der Führungsqualität ihrer unmittelbaren Vorgesetzten einen überraschend hohen Stellenwert bei: Chefs, die für eine gute Arbeitsplanung sorgen, die bei der fachlichen Entwicklung unterstützen und auch im Alltag helfend eingreifen, empfinden zwei Drittel der Befragten als gewinnbringend. Wenn dabei nicht mit Anerkennung, Lob und konstruktiver Kritik gespart wird - um so besser.
Auch die kollegiale Zusammenarbeit gilt viel. Dem Konkurrenzdruck und dem Leistungswettbewerb unter Kollegen erteilen dagegen etwa 60 Prozent der Arbeitnehmer eine Absage.
Männer und Frauen, Ost und West, Berufstätige aus unterschiedlichen Branchen und Altersgruppen: Es sind dieselben Kernpunkte, die quer durch alle Gruppen genannt werden, wenn es darum geht, "gute Arbeit" zu definieren. Wie aber sieht die Realität aus?
Die wahre Welt
Von den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern in Deutschland beziehen 16 Prozent ein Einkommen von unter 1600 Euro brutto im Monat. 19 Prozent erhalten zwischen 1500 und 2000 Euro. Ein mittleres Einkommen zwischen 2000 und 3500 Euro können 45 Prozent der Beschäftigten verbuchen, 17 Prozent verdienen 3500 Euro und mehr.
Das heißt: Ein gutes Drittel der Erwerbseinkommen liegt im prekären Bereich. Kein Wunder, dass es laut Untersuchung keinen Bereich gibt, mit dem Arbeitnehmer derart unzufrieden sind wie mit dem Verhältnis von Einkommen und Leistung. Und nirgends wird mehr Handlungsbedarf angemahnt.
Zugleich geht die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes um. Fast 60 Prozent aller Beschäftigten fühlen sich ständig existenziell bedroht, was sie als Belastung und Stress empfinden.
Relativ zufrieden zeigen sich die Beschäftigten mit der sozialen Anbindung im Betrieb. Sie erleben fachlichen Austausch und positive Rückmeldungen von Kollegen und Vorgesetzten. Schwieriger sieht es mit den Entwicklungsmöglichkeiten aus: Viele beklagen mangelnden Raum für die kreative Gestaltung von Arbeitsprozessen.
Etwa 70 Prozent sind im letzten Jahr entweder gar nicht in den Genuss einer Weiterbildung gekommen oder haben an einer Schulung teilgenommen, die weder für ihre Karriere noch für die allgemeine Qualifizierung hilfreich war - betrüblich in einer Arbeitswelt, die von Mitarbeitern verlangt, fachlich stets auf dem neuesten Stand zu sein.
(SZ vom 3.6.2006)
11.06.2006, Gefunden in http://www.sueddeutsche.de>>>
Stress im Job
Knut Winkelmann ( Name geändert ), 29, Autovermieter, ist seit einem Jahr Single. Seine letzte Beziehung ging in die Brüche, weil er keine Lust mehr auf Sex hatte.
"Wir waren zwei Jahre zusammen, als mir die Lust auf Sex abhanden kam. Anfangs hatten wir fünfmal in der Woche Sex gehabt, dann noch dreimal, am Ende einmal bis gar nicht mehr. Ich war abends müde, fertig, wollte nur noch ins Bett und schlafen. Ich habe nie richtig mit meiner Freundin darüber gesprochen, und sie zeigte Verständnis, wenn ich gestresst nein sagte. Ich hatte einen neuen Chef bekommen und vier neue Kollegen - eine lustige Truppe, ganz anders als vorher. Außerdem wurde die Öffnungszeit unserer Geschäftsstelle bis 20 Uhr verlängert. Unser Team hängte sich richtig rein, und ich war mehr mit meinen Kollegen zusammen als mit meiner Freundin.
Heute weiß ich, die Arbeit war der Lustkiller, auch wenn der Stress ein positiver war. Letztlich ging die Beziehung durch den fehlenden Sex in die Brüche. Wie Männer so sind: Wir merken es erst, wenn's zu spät ist. Ich habe daraus gelernt."
01.06.2006, Gefunden in http://www.stern.de>>>
Start in den Urlaub: Der Stress auf den ersten Metern
Warum gerade der Ferienanfang in vielen Beziehungen so oft danebengeht - und wie man rechtzeitig gegensteuert.
Viele Paare streiten sich auf dem Weg in den Urlaub - oft über Kleinigkeiten. Der Grund dafür sind falsche Erwartungen und Stress. Paare hätten häufig sehr hohe Erwartungen an den Urlaub, die Realität halte da nicht mit, erklärt Rüdiger Wacker, Paartherapeut aus Essen. Erschwerend hinzu kommt die ungewohnte Nähe.
"Normalerweise ist man mit seinem Partner nicht 24 Stunden ununterbrochen zusammen." Oft haben Paare unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen vom Urlaub - nur sie reden nicht darüber. Dann beginnt der Streit vielleicht schon beim Packen.
Denn vielen Männern ist nicht verständlich, warum ihre Frauen kofferweise Klamotten mitnehmen wollen. "Frauen glauben oft, dass der Urlaub nur dann schön wird, wenn sie mindestens drei neue Kleider dabei haben und sie sich schick machen können", sagt Christa Brauns-Hermann, Paarberaterin aus Freiburg. Männer hätten hingegen oft den Wunsch, sich im Urlaub bei der Kleidung auf ein Minimum zu reduzieren.
Vor dem Start auf die Route einigen
Bevor das Paar ins Auto steigt, sollte es sich über die Route einigen: "Wenn der eine plötzlich noch bei der Mutter vorbeischauen möchte, der andere aber möglichst schnell ans Ziel kommen will, gibt es sonst Streit", warnt Wacker.
Ein zu später Start oder ein falscher Blick auf die Karte sind gleichfalls Gründe für giftige Kommentare. Bleibt die Frage, warum sich Paare den Start in den Urlaub mit derartigen Kleinigkeiten vermiesen. Nach Ansicht der Experten ist Stress der Hauptgrund. "Vor dem Urlaub ist es immer stressig. Man muss packen und wahnsinnig viel erledigen", sagt Christa Brauns-Hermann.
Abwechselnd fahren
Ist die Startzeit zu früh angesetzt, sind beide Partner noch müde.
"Das zeigt sich aber erst Stunden später", erläutert Franz Schibalski, Verkehrspsychologe beim ADAC in München. Die wenigsten Paare wechseln sich regelmäßig beim Fahren ab. Meistens sitze einer viel zu lange am Steuer, sagt Wacker. Durch Selbstüberschätzung gerate der Fahrer in Stress. "Die Frage nach der Pipi-Pause ist für ihn dann eine Gelegenheit, den Stress abzulassen."
Bei einem handfesten Streit hilft laut Rüdiger Wacker nur eins: "Fahren Sie sofort auf einen Parkplatz und klären Sie das." Denn so lange einer auf den Verkehr achten müsse, sei eine Diskussion kaum möglich und ein Streit viel zu gefährlich. "Es sollte erst weiter gefahren werden, wenn die Gemüter abgekühlt sind."
Damit es nicht zum Abbruch des Urlaubs kommt, sollte vor der Fahrt rational darüber gesprochen werden, dass bei einem Stau eben keiner Schuld hat und dass sofort angehalten wird, wenn die Blase drückt, so Schibalski. Christa Brauns-Hermann rät, ein Stopp-Zeichen zu vereinbaren. "Wenn einer es macht, halten einfach mal beide für eine halbe Stunde den Mund, damit der Streit nicht eskaliert."
(sueddeutsche.de/dpa)