Stress in den Medien
... das Archiv vom Mai 2006
16.05.2006, Gefunden in http://www.taz.de >>>
frankfurter forscher: nettsein wider willen ist stress pur
Berufe, die permanente Freundlichkeit erfordern, können krank machen, berichtet das Pillendreherblatt Apotheken Umschau. Psychologen der Uni Frankfurt testeten das an Freiwilligen in einem Call-Center, die sich von vermeintlichen Kunden beschimpfen ließen. Teilnehmer, die sich wehren durften, hatten nur kurzfristig erhöhtes Herzklopfen. Anders bei den Dauerfreundlichen: Ihr Herz raste noch lange nach dem Ende des Telefonats. Was aber ist mit den hunderttausend Menschen, die täglich von irgendwelchen Marketingheinis telefonisch molestiert werden, weil zum Beispiel die Telekom wieder mal ihre vermeintlich wahnsinnig günstigen Tarifpakte verhökern will? Die interessieren niemanden, am allerwenigsten die Frankfurter Forscher und ihre Auftraggeber. Dabei haben die Betroffenen allen Grund, gestresst zu sein, denn egal ob sie sich in Robinsonlisten eintragen lassen oder sich derlei Anrufe verbitten: Es nutzt alles nichts, die Nervensägen versuchen es immer wieder. Aber freundlich bleiben - das ist nicht nötig. Einfach den Hörer auflegen, irgendwann kapieren sie es schon. taz vom 13.5.2006, S. 24, 34 Z. (TAZ-Bericht)
16.05.2006, Gefunden in http://www.presseportal.de >>>
Händchenhalten gegen Stress - Wie glücklich verheiratete Frauen sich beruhigen lassen
Baierbrunn (ots) - Berührungen des Ehemanns haben eine stresslindernde Wirkung - zumindest wenn die Frau sich als "sehr glücklich verheiratet" einstuft, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Nachgewiesen haben das US-Forscher der Universitäten Wisconsin und Virginia in einer Studie. Die Frauen erhielten für den Test einen leichten Elektroschock, der Stress-Symptome auslöste. Als ihre Männer sie an die Hand nahmen, ließen die Symptome sofort nach - viel ausgeprägter als bei Berührung durch fremde Personen. Die Geste führe dazu, so der Studienleiter James A. Coan, dass Gehirn und Körper sich bei einer Bedrohung von außen nicht mehr so anstrengen müssten, den Stress zu bekämpfen.
11.05.2006, Gefunden in http://www.stern.de >>>
"Tägliches Lachen erspart Stress und Krankheiten"
... Es baut Stress ab, aktiviert Atmung und Kreislauf, regt die Verdauung an und macht einfach glücklich. Kein Wunder, dass es inzwischen sogar eine eigene Wissenschaft des Lachens gibt, die Gelotologie. Und die gute Nachricht für alle Griesgrame: Lachen kann man lernen.
Lachen ist eine gefährliche Angelegenheit. Es kann den menschlichen Körper schütteln, biegen oder krümmen. Manch einer soll sich sogar schon totgelacht haben. Andere werden zu Tieren und gackern, wiehern und brüllen, was das Zeug hält. Und irgendwo lachen dann noch die Hühner. Am Sonntag ist Weltlachtag. An diesem Tag kommen die Jünger der internationalen Lachbewegung zusammen, um die Gründung ihrer Bewegung vor elf Jahren zu feiern.
1995 war ein Inder ausgezogen, das Lachen in die Welt zu tragen: Der Arzt Madan Kataria entwickelte das Hasya-Yoga, das Yoga des Lachens und gründete in Bombay den ersten Lachclub. Seitdem geht man zum Lachen nicht mehr in den Keller, sondern in den Club. Seine Lachbewegung hat mittlerweile überall auf der Welt Anhänger gefunden. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als 70 Lachclubs.
Lachender Löwe und Ein-Meter-Lachen
"Durch das Lach-Yoga habe ich meine innere Freiheit gefunden. Ich fange jetzt oft an, einfach so zu lachen oder zu schmunzeln. Das ist toll", erzählt die 55-jährige Ingrid Thomsen, die im Lachclub Flensburg/Nordfriesland einmal monatlich etwa 20 lachwillige Norddeutsche anleitet. Zuvor hatte sich Thomsen in einem Seminar von Madan Kataria das Lachen lehren lassen.
Wenn sich Lachclub-Mitglieder zum Auslachen treffen, brauchen sie keine witzigen Vorlagen, um in Stimmung zu kommen. Lach-Yoga-Techniken wie das Löwenlachen bieten Stimulanz genug. Dabei strecken die Teilnehmer ihre Zungen so weit wie möglich heraus und schneiden Grimassen. Dann legen sie die Hände rechts und links an den Kopf und krümmen die Finger zu Krallen - fertig ist der lachende Löwe. Andere Übungen nennen sich Handy-, Presslufthammer- oder Ein-Meter-Lachen.
Künstlich herbeigeführte Lachorgien sollen das Kind im Erwachsenen wecken und ihm etwas von seiner Unbeschwertheit zurückgeben. "Es ist Zeit, dass wir uns an unsere ursprüngliche Kraft erinnern", sagt Gudula Steiner-Junker, Wegbereiterin der deutschen Lachbewegung. Der Lachforscher Michael Titze hat herausgefunden, dass 1950 die Menschen täglich noch etwa 18 Minuten gelacht haben - heute sind es im Schnitt nur noch sechs Minuten. Titze zufolge ist der zunehmende Druck auf dem Arbeitsmarkt Schuld daran. Daraus resultierendes Konkurrenzdenken erschwere Heiterkeit im zwischenmenschlichen Bereich.
Lachen macht gesund - aber nur wenn es herzlich ist
Dabei ist Lachen äußerst gesund. Was der Volksmund schon lange predigt, ist der Wissenschaft erst spät aufgegangen. Die relativ junge Lachforschung, in der Fachsprache als Gelotologie bezeichnet, hat die weisen Worte "Lachen ist die beste Medizin" wissenschaftlich belegt. Immer mehr Mediziner und Psychologen erkennen Lachen als Wundermittel an, das die Atmung aktiviert, das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringt, die Immunabwehr stärkt, die Verdauung anregt, Stresshormone ab- und Glückshormone aufbaut.
"Keine andere Medizin ist so schnell und jederzeit verfügbar", sagt etwa der Psychiater und Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin, Mazda Adli. "Tägliches Lachen erspart viel Stress und Krankheiten."
Wichtig sei jedoch, dass es nicht nur ein oberflächliches oder aufgesetztes Lachen sei. "Das ist zwar wissenschaftlich noch nicht eindeutig bewiesen, aber man vermutet, dass tiefes, herzliches Lachen einen positiveren Effekt hat als ein abgerungenes Lachen", sagt Adli. Dennoch sei selbst ein kleines Lächeln ein kleiner und hilfreicher Schritt in die richtige Richtung.
Sport ohne Anstrengung
17 Gesichtsmuskeln kommen beim Lachen zum Einsatz, und auch am Bauch und am Brustkorb zieht sich die Muskulatur immer wieder ruckartig zusammen. Die Atmung wird schneller und tiefer, weil sich die Lungen weiter ausdehnen. "Das ist wie beim Sport, wo sich ebenfalls die Muskelaktivität erhöht und die Atmung tiefer wird", sagte Adli. "Lachen ist also wie Sport, nur ohne Anstrengung."
Eine körperliche Ertüchtigung, die sich lohnt: "Menschen, die häufig lachen, wirken auf ihre Mitmenschen spritziger und einfallsreicher als Griesgrame", sagt Lachforscher Titze. Und weil das Gehirn lachender Menschen besser mit Sauerstoff und Glückshormonen versorgt wird, sei da sogar etwas dran. DPA
09.05.2006, Gefunden in http://www.nachrichten.at >>>
Frauen unter Stress besser
Unter Zeitdruck arbeiten Frauen besser als Männer. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied laut einer US-Studie bei Kindern und Jugendlichen. Hinsichtlich Intelligenz schnitten beide Geschlechter ähnlich ab. Beim Lösen der zeitlich befristeten Aufgaben waren die weiblichen Teilnehmer aber deutlich überlegen.
Seitensprung als "Trauma"
Wenn der Partner eine Affäre hat, leiden die Betrogenen laut einer deutschen Studie nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Bei Betroffenen könne es zu monatelangen physischen und psychischen Beeinträchtigungen kommen, ergab eine Untersuchung des Instituts für Psychologie Universität Göttingen. Danach ähneln die Beschwerden der Liebeskrankheit denen nach einem schweren Trauma. 66 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen klagen beispielsweise über Ein- und Durchschlafprobleme, ebenso viele über Konzentrationsschwierigkeiten und über starke Zukunftsängste.
Ideale Mama: Hübsch, nett
Die ideale Mutter sieht nach Ansicht von Kindern gut aus, hat Verständnis für ihren Nachwuchs und ist streng, wenn es die Situation erfordert. Das ergab eine Umfrage des Hamburger Gewis-Insituts. "Eine ideale Mutter ist hübsch", antworteten 39 Prozent der unter 18-Jährigen - aber nur vier Prozent der Erwachsenen. Dass die Idealmama "verständnisvoll" sein soll, finden 96 Prozent der Erwachsenen und alle Kinder. 81 Prozent der Erwachsenen, aber weniger als die Hälfte der Kinder sind der Meinung, eine gute Mutter müsse "den Haushalt im Griff haben."