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... das Archiv vom September 2006
27.09.2006, Gefunden unter http://www.giessener-anzeiger.de>>>
"Dauerstress macht krank und wirft Menschen aus der Bahn"
GIESSEN (eil). "Stress lass nach!" ist ein Imperativ, der in den wenigsten Fällen die sofortige Umsetzung zur Folge hat. Stress erkennen, verstehen und bewältigen ist in Zeiten steigender Arbeitsbelastung, wachsenden Zeitdrucks, des Ärgers mit Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten oder auch zu Hause, wachsender Zukunftssorgen oder anderer "Stressoren" fast schon eine Lebens- oder sogar Überlebensstrategie. Über diesen Problemkreis referierte auf Einladung der Führungskräfte der Druckindustrie und Informationsverarbeitung (FDI) in Mittelhessen Diplom-Psychologin Barbara Schade aus Amöneburg. Die Psychologin ist auf Gesundheitspsychologie sowie Führungs- und Personaltraining spezialisiert. Ort des kurzweiligen und von der Techniker-Krankenkasse gesponserten Vortrags war der Seminarraum im Hause des Gießener Anzeiger.
Barbara Schade verband wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen und im Alltag handhabbaren Tipps zur Stressbewältigung. Dabei wandte sie sich weniger dem "gesunden" Stress zu, der für jeden Menschen lebenswichtig ist, sondern dem negativen. Denn jahrelanger Stress führe letztlich zu Erkrankungen, die den Menschen total aus der Bahn werfen könnten. Deshalb seien Vorbeugung und das Vermeiden des Krankwerdens wichtiger als die ansonsten im Fall des Falles sehr wichtige Therapie.
"Man kann gedanklich und einstellungsmäßig den richtigen Umgang mit den Stressoren erlernen und einüben", betonte Barbara Schade. Wichtig sei, die Belastungssignale rechtzeitig zu erkennen und vor allem richtig zu deuten und einzuordnen. Stresssituationen sind solche im beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Umfeld, die der Mensch als überfordernd und letztlich als bedrohlich wahrnimmt. Dabei wirken die Stressoren entweder von außen auf den Betroffenen ein (Leistungsanforderungen, zuviel Arbeit, Zeitdruck, soziale Konflikte, Mobbing und andere Störungen). Oder sie haben ihre Ursachen "von innen heraus": Ungeduld, Perfektionismus, Kontrollambitionen, Einzelkämpfertum, Selbstüberforderung.
Der "moderne" Mensch werde heutzutage selten in der Lage sein, diese Bedrohungen durch "Weglaufen oder Draufhauen" in angemessener Form zu lösen, weiß Barbara Schade, die zahlreiche Ratschläge für den gesundheitsfördernden Umgang mit Stressbelastungen gab.
Dabei steht die individuelle Selbsterkenntnis am Beginn jeder positiven Reaktion, denn jeder Mensch reagiere auf Stressoren anders und so könnten die Lösungsmöglichkeiten nicht über einen Kamm geschoren werden. Grundsätzlich aber sind Freizeitausgleich und Vorbeugung, Sport, Bewegung und Entspannung, Genuss und Ernährung Felder, die bei allen Stressbelasteten zum "Handzwerkszeug" gehören, wenn sich die jeweilige individuelle Situation zum Besseren, zu Stressabbau und Stressbewältigung hin wenden solle.
01.09.2006, Gefunden unter http://www.wienweb.at/content.aspx?id=113518&cat=24&channel=2&typ=0 >>>
Depression: Wachsende Einsamkeit durch Mobilität
Durch dauernde gesellschaftliche Veränderungen werden immer mehr Menschen depressiv. Wie die Rostocker Psychaterin Sabine Herpertz in einem Artikel der ZEIT erklärte, sind mittlerweile etwa 18 Prozent der Bevölkerung betroffen.
Die Quote sei bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern und steige ab dem 60.Lebensjahr stark an.
Als Gründe für die Erkrankung nennt Herpertz die große Mobilität der Gesellschaft und wachsenden Druck am Arbeitsplatz.
Die Psychiaterin betont, wie wichtig Stressbewältigung sei und rät dazu, Sport zu betreiben. In schweren Fällen müsste aber auf Medikamente zurückgegriffen werden. Mittlerweile gibt es hormonbasierte Präparate, die offenbar rascher wirken als herkömmliche Antidepressiva. So haben Tests ergeben, dass das Medikament RU486 Deprssionen innerhalb weniger Tage mildern kann.(gh)