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... das Archiv vom Oktober 2006
06.10.2006, Gefunden unter http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=25916>>>
Immer mehr Berufstätige leiden unter Stress
London – Der Konsum von schwarzem Tee hilft bei der Stressbewältigung. Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern des University College London (UCL) hervor, die das Fachblatt Journal of Psycopharmacology online veröffentlicht hat (DOI 10.1007/s00213-006-0573-2).
Die Forscher der UCL untersuchten 75 männliche regelmäßige Teetrinker über sechs Wochen. Alle Probanden mussten ihre bisherigen Konsumgewohnheiten bezüglich Tee, Kaffee und anderer koffeinhaltiger Getränke für den Zeitraum der Untersuchungen einstellen. Die Fallgruppe erhielt viermal täglich ein koffeinhaltiges, fruchtaromatisiertes Mischgetränk, das die Komponenten einer Tasse durchschnittlichen schwarzen Tees enthielt. Die Kontrollgruppe erhielt derweil ein geschmacksidentisches ebenfalls koffeinhaltiges Getränk, dem aber Schwarztee-spezfische Komponenten fehlten. Die Forscher erstellten beide Getränke zwar so, dass sie wie Tee aussahen, sie entfernten jedoch den typischen Geruch und den Geschmack des schwarzen Tees.
Um Stress zu erzeugen, setzten die Forscher beide Gruppen diversen Situationen aus, die sie vor einer Kamera bewältigen mussten. Zur Bestimmung des Stresslevels dienten der Arbeitsgruppe Kortisolspiegel, Blutdruck, Puls und die Selbsteinschätzung des Stressniveaus der Probanden. Die Wissenschaftler massen auch die Aktivität der Thrombozyten. Mit diesem Parameter seien Gerinnung und das Risiko von Herzattacken assoziiert.
Bei beiden Gruppen führten die Stress-Situationen zu einem Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Ebenso gaben die Probanden einen erhöhten Stresslevel an. Die Veränderungen dieser Parameter waren bei beiden Gruppen gleich. 50 Minuten nach Ende der Stresssituation wiesen Probanden der Fallgruppe einen um durchschnittlich 47 Prozent gefallenen Kortisolspiegel auf, während es in der Kontrollgruppe 27 Prozent waren. Probanden dieser Gruppe gaben auch einen geringeren Stresslevel nach Bewältigung der Aufgaben an.
„Wir wissen nicht genau, welche Inhaltsstoffe für die Erholung verantwortlich sind. Tee ist chemisch sehr komplex, mit vielen verschiedenen Inhaltsstoffen. Katechine, Polyphenole, Flavonoide und Aminosäuren haben Effekte auf Neurotransmitter im Gehirn, aber anhand dieser Studie können wir nicht genau sagen welche dieser Substanzen den Unterschied ausmacht“, erklärte Andrew Steptoe vom UCL Department of Epidemiology and Public Health.
„Nichtsdestotrotz impliziert die Studie, dass schwarzer Tee die Erholung vom Alltagsstress beschleunigt […] Das hat eine große Bedeutung für die Gesundheit, da eine langsame Erholung von akutem Stress mit einem erhöhten Risiko chronischer Erkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit assoziiert ist“, so Steptoe. © hil/aerzteblatt.de