Medien
... im Mai 2007
16.05.2007, Gefunden unter http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1176130315299.shtml >>>
Gezielte Auszeiten gegen Stress und Nervosität
„Da muss ich durch, das halt ich aus.“ So reagieren viele, wenn sie unter Stress leiden. Eine falsche Reaktion, sagt Diplompädagogin Almut Carlitscheck. „Viele wissen nicht, wie einfach Entspannung sein kann.“ Oft wird dann von vornherein befürchtet, dass der Zeitaufwand für den Stressabbau viel zu hoch sei.
Menschen, die eher aufgrund von Termindruck oder anstehenden Veränderungen wie Jobwechsel oder Prüfungen unter Leidensdruck geraten, rät die Diplompädagogin zu Autogenem Training. „Am Anfang muss man ein wenig Zeit investieren, die sich aber später durchaus auszahlt.“ In den Kursen, die unter anderem von Ärzten, Volkshochschulen oder auch Kirchengemeinden angeboten werden, werden Körperwahrnehmungen wie Wärme oder tiefe Atmung abgerufen. In Situationen, in denen man sich aufgeregt oder nervös fühlt, kann dieser „Kreislauf“ dann durch das Autogene Training unterbrochen werden und positive, angenehme Empfindungen gezielt hervorgerufen werden. Wer im Autogenen Training geübt ist, kann schon in angespannten Situationen durch zehn Minuten Entspannung seinen Stress ein wenig abbauen. Allerdings: „Wer eher zum Grübeln und Zweifeln neigt, sollte lieber Sport und Kreativität zur Entspannung und Ablenkung nutzen.“ Die Bewegung dient hier als Ventil, der Körper kann sich abreagieren, der Kopf wird wieder frei. Auch das tägliche Notieren von Gedanken, die einen bewegen, sorgt für eine Entlastung.
Vielfach hört Carlitscheck auch die Klage, dass selbst kurze Ruhepausen im Alltag nicht möglich wären. „Man muss einfach lernen, sich diese Auszeiten zuzugestehen.“ Ihr Tipp: Kurz nach dem Aufwachen oder vor dem Zubettgehen sich eine Ruhephase gönnen, nach dem Einkauf zehn Minuten in den Park gehen, abends vorm Schlafengehen einen beruhigenden Tee trinken, Fernsehen ausstellen und vielleicht ruhige Musik hören.
Einfache Tipps, die jedoch sehr effektiv sind: „Wenn einmal der Stein ins Rollen gebracht wurde, entsteht bei vielen ein neues Bewusstsein.“ Wer weiß, wie er mit Stress umgehen muss, fühlt sich insgesamt entspannter.
18.05.2007, Gefunden unter http://www.nzz.ch/2007/05/17/vm/newzzF1SZPRSL-12.html >>>
Immer mehr Japaner sterben an Überforderung am Arbeitsplatz - Todesfälle um 7,6 Prozent gestiegen
In Japan sind im vergangenen Jahr noch mehr Menschen an den Folgen von Stress am Arbeitsplatz gestorben als zuvor. In einem Jahr sind laut dem Gesundheitsministerium 355 Berufstätige durch zuviel Arbeit schwer erkrankt oder gar gestorben.
(sda/afp) Bei 147 Berufstätigen seien als Todesursache Schlaganfall oder Herzinfarkt festgestellt worden. 819 Berufstätige seien nach eigenen Angaben wegen Überlastung am Arbeitsplatz psychisch krank geworden, teilte das Ministerium mit.
In 176 Fällen hätten Menschen sich wegen Stress am Arbeitsplatz umgebracht oder einen Suizidversuch unternommen. Japan hat die höchste Selbstmordrate der Welt.
Das Phänomen «Tod durch Überarbeitung» ist in Japan derart weit verbreitet, dass es sogar ein eigenes Wort dafür gibt: Karoshi. Kritiker verweisen darauf, dass neue Mitarbeiter es nur selten wagten, sich gegen Überforderung zu wehren.
Um gegen die chronische Überarbeitung der Angestellten anzukämpfen, wirbt die Regierung in Tokio für Telearbeit und ermuntert die Berufstätigen, Urlaub zu nehmen, wenn sie eine Familie gründen oder sich um ältere Angehörige kümmern wollten.